Als Selbständiger, freier Beruf oder GmbH-Geschäftsführer haben Sie keinen Arbeitgeber, der weiterzahlt. Die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) zahlt frühestens nach 43 Tagen rund 35 €/Tag. Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung zahlt einen vereinbarten Tagessatz ab dem 8. Krankheitstag, bis Sie wieder arbeitsfähig sind.
Bevor wir über Tagessatz und Bausteine reden, sollten Sie diese drei Punkte verstanden haben. Dann fällt der Rest leicht.
Kein Arbeitgeber, der weiterzahlt. Die SVS zahlt frühestens ab Tag 43 eine Pauschale von rund 35 €/Tag. Für einen GmbH-GF mit 10.000 € Monatsbezug ist das ein Bruchteil dessen, was fehlt. Genau hier setzt die AUV an.
Sie vereinbaren bei Abschluss einen Tagessatz, üblich 50 bis 500 € pro Tag. Sind Sie krankgeschrieben, zahlt die Versicherung jeden Tag diesen Betrag aus, bis Sie wieder arbeitsfähig sind. Maximal 365 oder 720 Tage pro Versicherungsfall.
Karenzfrist = wie viele Tage am Anfang die Versicherung noch nicht zahlt. Wählbar 7, 14, 21 oder 28 Tage. Längere Wartezeit, günstigere Prämie. Eintritt meist bis 60, Schutz oft bis 65. Wer früh abschließt, hat den günstigeren Tarif.
Sechs Situationen, die bei Selbständigen und GmbH-Geschäftsführern regelmäßig vorkommen, und was die Arbeitsunfähigkeitsversicherung davon übernimmt.
Die SVS zahlt nichts, weil unter 43 Tagen. Bei 250 € Tagessatz mit 7 Tagen Wartezeit zahlt die Versicherung ab Tag 8 bis zum Ende der Krankschreibung. Bei 28 Tagen Ausfall: rund 5.250 € Auszahlung.
Grunddeckung · KrankheitKnie-OP, Reha, langsame Rückkehr. Bei 300 € Tagessatz, 7 Tagen Wartezeit: rund 25.000 € Auszahlung. Mit dem Baustein Gesundungsgeld kommen ab Tag 14 zusätzlich bis zu 35 €/Tag dazu, für maximal 180 Tage.
Grunddeckung + GesundungsgeldEine der häufigsten Ursachen für Langzeit-Krankenstände. Bei 250 €/Tag, 7 Tagen Wartezeit: rund 12.250 € Auszahlung für die Tage ab dem 8. Krankheitstag. Damit decken Sie Ihren GF-Bezug und die laufenden Firmenfixkosten.
Grunddeckung · KrankheitBei Wissensarbeitern ist Psyche heute Ursache Nr. 1 oder 2 für Langzeit-AU. Nur versichert, wenn Psyche-Baustein gewählt. Ohne diesen Einschluss: keine Leistung. Wer im Kopf arbeitet, sollte hier nicht sparen.
Optional · Psyche-EinschlussWerkstattleiter, Bürokraft, jemand, ohne den der Laden nicht läuft. Mit dem Baustein Mehrkostendeckung Ersatzkraft: ab Tag 14 mindestens 35 €/Tag für eine Ersatzkraft, maximal 60 Tage, ohne Bezahlbestätigung nachweisen zu müssen.
Optional · ErsatzkraftAUV deckt auch Unfälle, nicht nur Krankheit. Bei 300 €/Tag, 7 Tagen Wartezeit, 42 Tagen Ausfall: rund 10.500 € Auszahlung. Im Gegensatz zur reinen Unfallversicherung müssen Sie hier keine Dauerinvalidität nachweisen.
Grunddeckung · UnfallWas ich Geschäftsführern und Selbständigen vor dem Abschluss erkläre, und worauf die meisten erst kommen, wenn der erste Krankenstand schon da ist.
Die Sozialversicherung der Selbständigen zahlt keine Lohnfortzahlung wie bei Angestellten. Frühestens ab Tag 43, mit Antrag, eine Pauschale von rund 35 €/Tag. Für jemanden mit 10.000 € Monatsbezug ist das nicht annähernd genug.
Die private Berufsunfähigkeit greift erst nach 6 Monaten Dauer-AU zu mindestens 50%. Die ersten 6 Monate sind ein Loch, das nur die AUV schließt. Idealerweise hat man beides: AUV für kurz und mittelfristig, BU für dauerhaft.
Burnout und Depression sind statistisch heute Ursache Nr. 1 oder 2 für Langzeit-AU bei Wissensarbeitern. Standardmäßig nicht enthalten. Wer sich gegen die wahrscheinlichste Schadensursache nicht versichert, spart an der falschen Stelle.
Mit Taxenvereinbarung gilt der vereinbarte Tagessatz pauschal. Sie müssen im Schadensfall keine Steuerbescheide oder G&V-Auszüge beibringen. Das spart enorm viel Aufwand und Diskussion mit der Versicherung.
Vorerkrankungen wie Bandscheibe, Bluthochdruck oder eine alte Therapie immer angeben. Verschweigen ist der häufigste Grund, warum später keine Leistung kommt. Lieber Risikozuschlag jetzt als Streit im Krankheitsfall.
Tagessatz und Prämie passen sich automatisch um 2% pro Jahr nach oben an. Das schützt vor Entwertung über lange Laufzeiten. Nach 20 Jahren liegt die Prämie ca. 49% höher. Wichtig zu wissen, damit es im 15. Jahr keine Überraschung gibt.
Die AUV gibt es in zwei Tarifvarianten. Top ist die Standard-Empfehlung, weil Sie nur dort die wichtigen Optionen wie Karenzfrist, Psyche und Gesundungsgeld frei einstellen können. Basis ist günstiger, aber ohne diese Optionen.
Wartezeit wählbar (7/14/21/28 Tage), Psyche zubuchbar, Gesundungsgeld zubuchbar, Mehrkostendeckung Ersatzkraft zubuchbar, Taxenvereinbarung möglich. Die Werks-Empfehlung ist Top mit 7 Tagen Wartezeit und Taxe, das ist für die meisten GFs der richtige Ausgangspunkt.
Reduzierter Schutz, einige Optionen nicht verfügbar. Sinnvoll nur für sehr preissensitive Konstellationen, wo bestimmte Bausteine ausdrücklich nicht gebraucht werden. Bei Wissensarbeitern in der Regel zu schlank, weil Psyche dann meist nicht einschließbar ist.
Tage am Anfang, in denen noch nicht ausgezahlt wird. Vorbelegung 7 Tage. Wer eine Liquiditätsreserve im Betrieb hat, kann 14 oder 21 Tage wählen und Prämie sparen.
Burnout, Depression, Angststörungen. Standardmäßig nicht enthalten. Für Geschäftsführer und Wissensarbeiter de facto Pflichtbaustein, weil das die häufigste Ursache für Langzeit-AU ist.
Tagessatz gilt pauschal als Schaden. Kein Nachweis von Steuerbescheid oder Buchhaltung im Schadensfall. Riesenvorteil bei der Abwicklung. Höhe muss zur Einkommenssituation passen.
Bei Ausfall eines angestellten Schlüsselmitarbeiters ab 14 Tagen: bis zu 35 €/Tag für maximal 60 Tage. Maximal 2.100 € pro Fall. Sinnvoll bei GmbHs mit Schlüsselpositionen.
Bei eigenem Ausfall ab 14 Tagen: zusätzlich bis zu 35 €/Tag für maximal 180 Tage. Maximal 6.300 € pro Versicherungsfall zusätzlich zur Grunddeckung. Sinnvoll bei längeren OPs oder Reha.
Automatisch und nicht abwählbar. Tagessatz und Prämie steigen jährlich um 2%. Schützt die Versicherungssumme vor Entwertung über lange Laufzeiten.
Viele halten die AUV für eine BU. Sie ist es nicht. Die BU greift erst nach 6 Monaten Dauer-Berufsunfähigkeit. Die ersten 6 Monate sind ein Liquiditätsloch, das nur die AUV schließt. Beides zusammen ist der Vollschutz, ein Vergleich:
„Ich habe doch die SVS, die zahlt schon was." Falsch. Die SVS zahlt für Selbständige kein klassisches Krankengeld. Nur eine Pauschale von rund 35 €/Tag, frühestens ab Tag 43, mit Antrag. Für jemanden mit 8.000 oder 10.000 € Monatsbezug ist das ein Bruchteil dessen, was fehlt.
Plus: Wer Psyche nicht einschließt, hat bei der statistisch häufigsten Ursache für Langzeit-AU (Burnout, Depression) keine Leistung. Hier nicht sparen.
Die AUV zahlt einen Tagessatz ab dem 8. Krankheitstag, bis Sie wieder arbeitsfähig sind. Maximal 365 oder 720 Tage pro Fall. Sie deckt das akute Liquiditätsloch.
Die BU zahlt eine monatliche Rente, aber erst, wenn Sie dauerhaft (mindestens 6 Monate, mindestens 50%) Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Sie deckt das Langfrist-Risiko bis zur Pension. Idealerweise hat man beide.
Ab dem Tag nach Ende der vereinbarten Karenzfrist. Bei 7 Tagen Wartezeit also ab dem 8. Krankheitstag. Bei 28 Tagen ab Tag 29. Längere Wartezeit heißt günstigere Prämie, aber Sie tragen die ersten Tage selbst.
Wichtig: Die 14-Tage-Wartezeit für die Bausteine Ersatzkraft und Gesundungsgeld ist etwas anderes. Die Grunddeckung läuft schon ab Ende der Wartezeit, die Zusatzbausteine erst nach 14 Tagen 100% AU.
Faustregel: monatlicher Liquiditätsbedarf geteilt durch 30. Bei einem GmbH-GF zählen dazu der laufende Geschäftsführer-Bezug und die Firmenfixkosten, die Sie im Krankheitsfall persönlich tragen müssten.
Üblich sind Tagessätze zwischen 100 € und 500 €. Wir rechnen das im Gespräch konkret durch, basierend auf Ihrem Bezug, Ihren laufenden Fixkosten und Ihrer Liquiditätsreserve.
Bis Sie wieder arbeitsfähig sind, längstens 365 oder 720 Tage pro Versicherungsfall. Die genaue Leistungsdauer ist tarifabhängig.
Wenn Sie nach Erreichen der Maximaldauer immer noch ausfallen, sind Sie im Bereich der dauerhaften Berufsunfähigkeit. Genau hier sollte die BU übernehmen, deshalb der Tipp: idealerweise beides kombinieren.
Ja, je nach Erkrankungsart unterschiedlich. Bei psychischen Erkrankungen oft 24 Monate, bei sonstigen Krankheiten kürzer (häufig 3 Monate). Unfälle sind ab Tag 1 versichert.
Die genauen Fristen schauen wir vor dem Abschluss in Ihrem konkreten Tarif an. Wer schon weiß, dass etwas ansteht, kann nicht heute abschließen und nächsten Monat abrechnen.
Nein. Die private Unfallversicherung zahlt nur bei Unfall, also bei rund 10 bis 15 Prozent der Krankenstandsursachen. Sie zahlt zudem typischerweise eine Kapitalleistung bei dauerhafter Invalidität, nicht einen Tagessatz bei kurzem Krankenstand.
Die AUV deckt Krankheit und Unfall und zahlt täglich, solange Sie ausfallen. Beide Produkte ergänzen einander, ersetzen sich aber nicht.
Wenn Sie im Kopf arbeiten (Beratung, IT, Recht, Medizin, Steuerwesen): ja. Burnout und Depression sind heute Ursache Nr. 1 oder 2 für Langzeit-AU bei Wissensarbeitern.
Standardmäßig ist Psyche nicht enthalten. Ohne diesen Baustein hätten Sie bei der statistisch häufigsten Ursache für längere Ausfälle keine Leistung. Aufpreis ist überschaubar, ich kalkuliere das in der Beratung mit.
Hängt ab von: Beruf, Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Tagessatz, Karenzfrist, Psyche-Einschluss, Leistungsdauer und Hobbys. Für einen typischen GmbH-GF mit Bürotätigkeit, 250 € Tagessatz, 7 Tagen Wartezeit und Psyche-Einschluss liegt die Prämie meist im niedrigen dreistelligen Bereich pro Monat.
Den exakten Tarif für Ihre Situation rechne ich Ihnen binnen 24 Stunden durch. Dazu brauche ich Alter, Beruf, gewünschten Tagessatz und ein paar Gesundheitsfragen.
Eintrittsalter typischerweise bis 60, Schutz meist bis zum 65. Lebensjahr. Wer früh abschließt, fixiert den günstigeren Tarif. Mit zunehmendem Alter werden auch Vorerkrankungen wahrscheinlicher, die zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen führen.
Wer mit 35 noch gesund abschließt, hat 25+ Jahre lang denselben günstigen Tarif. Wer mit 55 erst abschließt, zahlt deutlich mehr und hat oft schon Diagnosen, die ausgeschlossen werden.
Welcher Bezug, welche Firmenfixkosten, welche Liquiditätsreserve? Wir legen Tagessatz und Karenzfrist passend zu Ihrer Situation fest. Plus eine ehrliche Antwort, ob Sie zusätzlich eine BU brauchen oder ob die AUV vorerst genügt.
Krankschreibung als Foto an mich, ich reiche den Antrag bei der Versicherung ein. Mit Taxenvereinbarung läuft die Auszahlung automatisch, ohne dass Sie Steuerbescheide oder Buchhaltung beibringen müssen.
Ich rechne Ihnen den konkreten Tarif für Ihren Beruf und Tagessatz durch und sage ehrlich, welche Bausteine bei Ihnen sinnvoll sind. Kostenlos, unverbindlich, ohne Verkaufsdruck.
Eine Sparte, ein Ansprechpartner, ich.